Führung durch Motivation. - Mitarbeiter für Organisationsziele gewinnen

Führung durch Motivation. - Mitarbeiter für Organisationsziele gewinnen

 

 

 

von: Gerhard Comelli, Lutz von Rosenstiel

Verlag Franz Vahlen, 2009

ISBN: 9783800635429

Sprache: Deutsch

351 Seiten, Download: 4745 KB

 
Format:  PDF, auch als Online-Lesen

geeignet für: Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen PC, MAC, Laptop


Wieder verfügbar ab: 20.02.2018 22:14

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Führung durch Motivation. - Mitarbeiter für Organisationsziele gewinnen



Kapitel 5 Motivation aus der Gruppe (S. 153-154)

1 Ein Blick voraus

Es hat gute Gründe, wenn die Einleitung zu diesem Kapitel etwas umfangreicher ausfällt. Zu viele Faktoren müssen zusammenspielen, ehe aus einer Ansammlung von Individuen eine Gruppe gewachsen ist, deren Mitglieder erfolgreich und zielorientiert zusammenwirken und die dies dann auch noch – aus den unterschiedlichsten Gründen – als motivierend erleben. Motivation aus der Gruppe ist das Resultat eines hochkomplexen Geschehens. Schon der Volksmund weiß, dass der Mensch nicht zum Einzelgänger geboren ist, und stellt fest, der Mensch sei ein „Herdenvieh". Die alten Griechen bezeichneten den Menschen als ein „politisches Wesen", und Tucholsky soll einmal gesagt haben, der Mensch sei ein „politisches Wesen, welches sich gerne zu Klumpen ballt". Die Wissenschaft formuliert die Tatsache, dass der Mensch sich in Gruppen organisiert, etwas nüchterner: Sie nennt den Menschen ein „soziales Wesen", d. h. ein Gruppenwesen, das Kontakt in und mit Gruppen sucht und darauf fast lebensnotwendig angewiesen ist.

Der Einsiedler, der Eremit ist also nicht die „Normalausgabe Mensch", sondern der eher seltene Ausnahmefall. Der Mensch ist von seiner Natur her ein Kontakt- und Kommunikationswesen. Und was Einsiedler und Eremiten anbetrifft, sie fangen an, mit den Tieren und mit der Natur zu kommunizieren … Seit es Menschen gibt – Funde im Hochland des östlichen Afrika belegen dies – leben sie als Arbeits- und Fortpflanzungsgemeinschaft in Familienverbänden, Horden und Kohorten mit einer überschaubaren Anzahl von Mitgliedern. Dabei sorgten die Frauen im lockeren Verband für die alltägliche Ernährung durch das Sammeln von Früchten, Wurzeln, Pilzen und Kleintieren.

Sie schützten fürsorglich die Kinder in einer durchaus bedrohlichen Umwelt, für deren räuberische Bewohner ein menschliches Baby im wahrsten Sinn des Wortes ein „gefundenes Fressen" darstellte. Die Männer zogen dagegen in organisierten Gruppen auf Großwildjagd (Lee, 1968). Einzelgänger hätten in dieser Welt keine Chance zum Überleben und dazu ihre Gene weiterzugeben gehabt. Ohne Gruppen von allem Anfang an gäbe es uns heute nicht. „Ohne Teamwork wäre die NASA heute noch nicht auf dem Mond!" – so ein amerikanischer Spezialist vor einigen Jahren.

Aus unserer heutigen Arbeitswelt ist das Wort „Team" nicht mehr wegzudenken. Angesichts einer Arbeitswelt, in der die Zusammenhänge und die Aufgabenstellungen immer komplexer werden, ist die Zeit der Alles-Wisser, der Alles-Könner und der „Kann-ich-alles-selbst"- Typen längst zu Ende. Außerdem muss man zur Kenntnis nehmen, dass sich auch auf Seiten der Mitarbeiter die Ansprüche an die Art und Weise der Partizipation und Mitbeteiligung gewandelt haben. Sie möchten heute früher und intensiver mitwirken, mitgestalten. Mehr denn je geht es in der Arbeitswelt darum, durch möglichst optimales Erschließen der Potenziale der Mitarbeiter und durch intelligentes Bündeln der individuellen Talente und Fähigkeiten gemeinsam Aufgaben zu bewältigen, die einer allein nicht hätte schaffen können.

Das englische Wort „team" bedeutet wörtlich „Gruppe", auch „Mannschaft" und im betrieblichen Bereich „Arbeitsgruppe". Wahrscheinlich ist das Wort herzuleiten von dem mittelhochdeutschen Wort „zoum" (= Zaumzeug). Im Altenglischen stand dieser Begriff für ein Gespann von Zugtieren, meist ein Ochsengespann. Und immer, wenn ein einzelner Ochse allein es nicht schaffte, den Karren zu ziehen, musste eben ein „team of oxen" vorgespannt werden. Dazu war dann auch ein „Teamleader" notwendig, der mit Hilfe von Zaumzeug und Lenkriemen dafür sorgte, dass die Rindviecher nicht in verschiedene Richtungen loszogen und dass die gewünschte Richtung (= Ziel) gehalten wurde.

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