Ethik in der Pflegeausbildung

Ethik in der Pflegeausbildung

 

 

 

von: Marianne Rabe

Hogrefe Verlag Bern (ehemals Hans Huber), 2009

ISBN: 9783456946658

Sprache: Deutsch

337 Seiten, Download: 5778 KB

 
Format:  PDF, auch als Online-Lesen

geeignet für: Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen PC, MAC, Laptop


 

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Ethik in der Pflegeausbildung



5. Berufliches Verhalten (Seite 39)

Die Berufsordnung enthält einige wichtige normative Forderungen, die in den anderen Kodizes nicht zu finden sind. So wird unter 3. zur Mitwirkung bei medizinischer Diagnostik und Therapie gesagt: «Sie vergewissern sich, dass die Leistungsempfänger die notwendigen Informationen erhalten und in die Maßnahmen eingewilligt haben.» Hier wird der Pflege wieder die Wächterfunktion zugeschrieben, die sich mit anderer Pointierung schon im ICN-Kodex findet. Da die unzureichende Information von Patienten vor diagnostischen und therapeutischen Eingriffen ein Alltagsproblem der Pflege ist, werden Pflegende diese klare Aussage als hilfreiche Orientierung sehen und sich ggf. darauf berufen können. Unter Punkt 5 wird unter dem Stichwort «Verantwortung der professionell Pflegenden gegenüber den Interessen der Gesellschaft» u. a. formuliert: Professionell Pflegende «machen nachhaltig darauf aufmerksam, wenn auf Grund personeller und finanzieller Bedingungen eine sichere Gesundheitsversorgung nicht mehr gewährleistet ist.» Diese Ermutigung zur Veröffentlichung evtl. interner Missstände steht aber in Konflikt mit Bestimmungen in den einzelnen Berufsordnungen, die zum Teil eine weitgehende Loyalitätspflicht vorschreiben, wie zum Beispiel die Aussage zur Schweigepflicht in der Berufsordnung des Deutschen Roten Kreuzes: «… über interne Angelegenheiten des Tätigkeitsbereiches und der Schwesternschaft» dürfen «Dritten gegenüber keine unbefugten Mitteilungen» gemacht werden, auch nicht nach Verlassen der Schwesternschaft.
Der Berufsordnung der ADS kommt schon deshalb eine besondere Bedeutung zu, weil sich hier mehrere Berufsverbände der Pflege zusammengetan haben – ein erster Schritt, um die organisatorische Zersplitterung der Pflege in Deutschland zu überwinden. Der nächste nötige Schritt dazu wäre allerdings, die Einzel- Kodizes der beteiligten Verbände tatsächlich aufzugeben und durch eine allgemeine Berufsordnung zu ersetzen.

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