Lehrbuch Prävention und Gesundheitsförderung

Lehrbuch Prävention und Gesundheitsförderung

 

 

 

von: Klaus Hurrelmann, Theodor Klotz, Jochen Haisch (Hrsg.)

Hogrefe Verlag Bern (ehemals Hans Huber), 2010

ISBN: 9783456948669

Sprache: Deutsch

457 Seiten, Download: 22301 KB

 
Format:  PDF, auch als Online-Lesen

geeignet für: Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen PC, MAC, Laptop


 

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Mehr zum Inhalt

Lehrbuch Prävention und Gesundheitsförderung



3 Prävention somatischer Störungen und Krankheiten (S. 101-102)

9 Prävention von Herz-Kreislauf-Krankheiten


Nikos Werner und Michael Böhm


Epidemiologie kardiovaskulärer Erkrankungen


Kardiovaskuläre Erkrankungen sind die häufigsten Erkrankungs- und Todesursachen in den westlichen Industrienationen. Die chronische ischämische Herzkrankheit, der akute Myokardinfarkt, die Herzinsuffizienz und der ischämische Schlaganfall (in dieser Reihenfolge) stellten im Jahr 2008 in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes die häufigsten Todesursachen bei Männern und auch bei Frauen dar. Die den kardiovaskulären Erkrankungen zugrunde liegende Ursache ist meist die Atherosklerose. Trotz wesentlicher Fortschritte auf dem Gebiet der Diagnostik und Therapie verstirbt weiterhin ein Großteil der Patienten vorzeitig an kardiovaskulären Erkrankungen. Die mit einer verbesserten Therapie einhergehende hohe Morbidität führt zu einer erheblichen sozioökonomischen Belastung.

Das kardiovaskuläre Kontinuum


Die Atherosklerose ist eine progressiv-fortschreitende, multifaktorielle, chronisch-inflammatorische Erkrankung, der in der Regel eine Schädigung der das Gefäß auskleidenden Endothelzellschicht zugrunde liegt. Kardiovaskuläre Risikofaktoren wie arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus, Hyperlipidämie, Nikotin aber auch Lebensalter und männliches Geschlecht führen durch eine mechanische und/ oder chemische Schädigung der Endothelzellschicht zu einem vermehrten Einwandern von Entzündungszellen, Makrophagen und zu einer Ansammlung von Lipiden in der Gefäßwand.

Das nachfolgende Wachstum von glatten Gefäßmuskelzellen führt schließlich zur Entstehung einer atherosklerotischen Plaque. Bereits bei Kindern im Alter von drei Jahren lassen sich sogenannte «fatty streaks» nachweisen, aus denen im Laufe der Jahrzehnte eine stenosierende Lumeneinengung der Gefäße resultieren kann. Die klinischen Manifestationsformen der Atherosklerose sind am Herzen die koronare Herzkrankheit (KHK), die zu Angina pectoris, Herzinfarkt und Herzinsuffizienz führt (Abb. 1).

Weitere Organmanifestationen sind der ischämische Apoplex, die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), das Aortenaneurysma und die Nierenarterienstenose. Die Ätiologie des Myokardinfarktes, des ischämischen Apoplex und der pAVK sind ähnlich. Zahlreiche Interventionsstudien haben gezeigt, dass die verschiedenen Therapieformen der beschriebenen Erkrankungen nicht nur kardiale Ereignisse, sondern auch nicht-kardiale Ereignisse wie Schlaganfall und pAVK positiv Die hohe Inzidenz und Prävalenz kardiovaskulärer Erkrankungen in den Industrienationen korrelieren eng mit den Lebensverhältnissen und sozialen und ökonomischen Bedingungen. Die positive Beeinflussung von kardiovaskulären Risikofaktoren führt zu einer signifikant verminderten Morbidität und Mortalität insbesondere bei Patienten mit bekannter oder noch unentdeckter koronarer Herzerkrankung."

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